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< Corona hinter Klostermauern
02.06.2021 17:00 Alter: 20 Tage

✝ Schwester M. Benedikta und ✝ Schwester M. Bernarda

... beide hintereinander durch Covid19 aus dem Leben gerissen...


Sr. M. Bernarda (l) und Sr. M. Benedikta (r) 2020 im Sprechzimmer

 

 

 

Schwester Maria Bernarda
vom heiligen Kreuz OSCCap

Franziska Schmitt
* 11. September 1937
✝ 29. April 2021


Schwester Maria Benedikta
vom Heiligen Geist OSCCap

Hildegard Leonie Fuchs
* 06.Juni 1939
✝ 28. April 2021

Ohnmacht – Sprachlosigkeit – tiefe Trauer … angesichts des so plötzlichen und unerwarteten Heimgangs unserer beiden lieben Schwestern direkt hintereinander inmitten der Corona-Pandemie, die unser Kloster fest im Griff hatte, blieb und bleibt es noch immer unfassbar, dass die beiden „Trierer Klostersäulen“ nicht mehr unter uns sind…  Inmitten der Quarantäne, da 11 von 13 Schwestern mit Covid19 infiziert waren, verschlechterte sich der Gesundheitszustand beider Schwestern durch ihre Vorerkrankungen derart, dass ihre Kräfte nicht mehr ausreichten und sie nun ihren Gebets- und Anbetungsdienst in der Ewigen Anschauung fortsetzen.  Schon in ihrem  Trierer Kloster arbeiteten die beiden eng zusammen in der Klosterleitung, waren hier in Mainz enge, vertraute  Nachbarinnen, und traten nun miteinander ihre letzte Heimreise an. Wie viele Menschen haben die beiden in ihrem langen Klosterleben begleitet, im Gebet, in der Begegnung, im Gespräch und in Briefen – bis zuletzt.

Insbesondere für Schwester Maria Benedikta gehörte es zu ihrem besonderen Charisma, Menschen mit ihrer mütterlichen und freundschaftlichen Art zu begleiten, war sie doch in Trier viele Jahre zunächst Torschwester, danach langjährige Äbtissin und dadurch mit vielen Menschen in Kontakt. Diese Aufgabe war ihr auch nach der Übersiedlung hierher nach Mainz ganz besonders wichtig, und sie hielt in den über vier Jahren treu und mit großem Eifer die Verbindungen mit den „Trierern“ u.a. weiterhin aufrecht. So endete mit der Auflösung des Trierer Klosters keinesfalls das vielmals versprochene Gebetsapostolat, im Gegenteil, denn nun konnten tagtäglich all die vielen Gebetsanliegen vor den Eucharistischen Herrn getragen werden in den täglichen Anbetungsstunden.

Beten und Anbetung ist ja auch trotz und inmitten von Krankheit immer noch möglich, und dies war gerade bei Schwester Maria Bernarda seit dem ersten Tag der Umsiedlung von Trier nach Mainz ihr persönlicher (Leidens-) Weg. Gerade in Mainz angekommen, musste sie mit einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus, und blieb auch nach ihrer Entlassung weiterhin sehr angeschlagen, gleich mit mehreren gesundheitlichen Problemen auf Dauer kämpfend. Doch bei all ihrer Eingeschränktheit in den alltäglichen Dingen blieb sie immer frohen Mutes, klagte nie, erheiterte immer wieder die Gemeinschaft mit ihrem fröhlichen, forschen Wesen und besuchte trotz der Beschwerlichkeit treu die tägliche Heilige Messe und die Vesper mit dem Eucharistischen Segen – denn am Segen ist alles gelegen, und daraus konnte sie leben; und sie lebte gerne, und war immer wieder sehr dankbar, dass ihr diese Lebenszeit noch geschenkt wurde – bis Corona die ausschlaggebende Grenze setzte.

Die Zeit der Corona-Pandemie ist tatsächlich eine Zeit auf Leben und Tod, wir haben zwei liebe Schwestern loslassen müssen, die wir gerne noch einige Jahre unter uns gehabt hätten. Doch wissen wir uns ihnen weiterhin verbunden, da ihr Leben nicht ausgelöscht sondern vollendet ist in der Ewigen Anschauung, wo beide mit himmlischem Eifer all die vielen Anliegen an SEIN Herz legen und für uns alle bitten werden.