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12.12.2014 16:29 Alter: 5 Jahre

Weihnachtsgedanken 2014

Nähe Gottes


Das Jesus-Kind in unserer Krippe

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Nähe Gottes

Schenk dich uns

Wir rücken dich in weite Ferne

Vergeblich suchen wir am Himmelsrand

Du bist mir nah ganz wesentlich

Mit blindem Auge suche ich

Und tastend fällt die Hand ins Leere

Die Sterne leuchten aus der Ferne

Du leises Nah

Erleuchte mich mit Deinem Licht

Ergreife meine Hand und führe

Mich tief hinein in Deine Nähe

Wo man sich freut und singt und jubelt

Dir nah zu sein

Das ist mein Glück

Du Nähe Gottes

                                                (Sr. M. Theresia Hüther)

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Darin  liegt  ein  großes  Übel,  dass der Mensch sich Gott in die Ferne rückt; denn, ob der Mensch nun in der Ferne oder in der Nähe wandele: Gott geht nimmer in die Ferne, er bleibt beständig in der Nähe“.                                                               (Meister Eckart)

 Gott lässt sich nicht vertreiben! ER bleibt in der Nähe, in der Nähe des Menschen, seines Menschen. ER hat sich für SEIN Geschöpf entschieden, und das lässt ER nicht mehr los, ganz gleich, ob der Mensch Gottes Nähe ernst nimmt oder nicht. SEIN Ja bleibt immer ein Ja, ER ist der bis zuletzt Liebende, ER ist der lebendige Gott, der mit unserem Leben zu tun haben will, ja, der unser Leben sein will. Warum eigentlich will der Mensch seinen Gott immer wieder in die Ferne rücken, warum möchte er ihm so gern entkommen in seinen Tagen, die doch schon alle gezählt sind hier auf dieser Erde. Warum möchte der Mensch seinem Gott so gern entfliehen. Ist die Nähe Gottes so schwer zu ertragen? In unseren menschlichen Beziehungen erfreuen wir uns gern an der Nähe unserer Freunde, genießen das Nahe-sein von vertrauten Menschen, die uns lieben und denen wir etwas bedeuten. Vielleicht müssen wir noch mehr hineinwachsen in den Glauben an den Gott, dem wir so kostbar sind und der uns unbedingt nahe sein will, wie ein lieber Freund. Dem Gott der Liebe glauben, IHN nicht in die Ferne rücken, sondern IHN in die Nähe sehnen.

Andererseits: wer könnte Gott daran hindern, ständig in unserer Nähe zu bleiben, uns anzuschauen mit SEINEN gütigen Augen, mit SEINEM liebenden Blick. „Unaufhaltsam rührt ER an deine Seele …“ (Meister Eckart).

Wenn Gott dem Menschen auch die Freiheit geschenkt hat, so kann Er doch nicht von ihm lassen. ER setzt alles daran, die Seele wieder in die erste Liebe zurückzuführen, denn ER kann es nicht ertragen, den Menschen in der Ferne zu wissen.

An Weihnachten feiern wir es: Gott ist dem Menschen so nah wie möglich gekommen, ER hat ihm eine menschliche, greifbare Nähe geschenkt, die ist für immer gemeint, unwiderruflich – Jesus!

Eine wichtige Erkenntnis ist die, dass wir nicht warten können, bis wir gut (genug) sind, um uns der Nähe Gottes erfreuen zu dürfen, denn :„Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, als das, was du jetzt bist.“ (Meister Eckhart).

 

Wir haben nun allen Grund, auch an diesem Weihnachtsfest uns von Herzen zu freuen und zu danken, denn „Gott nahe zu sein, ist mein Glück“ (Psalm 73, 28). Wer möchte etwas so Schönes entbehren, wenn er dieses Geschenk so einfach empfangen kann, ohne Leistung, so völlig gratis?!

Wie sehr wünschen wir Ihnen und uns, dass wir uns diese Nähe Gottes nicht entgehen lassen in unserem Leben.

 

 

Reich gesegnete Weihnachtstage und ein von Freude erfülltes Jahr des HERRN 2015 wünschen Ihnen und allen, die Ihnen nahestehen Ihre

 

Klarissen-Kapuzinerinnen

von der Ewigen Anbetung

Mainz