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15.12.2011 15:26 Alter: 8 Jahre
Von: mfk

Für SIE!-

Unsere Weihnachts- gedanken 2011


Ausschnitt aus einem Relief in unserem Kreuzgang

Das komplette Relief: Die Flucht nach Ägypten (2. Station der "7 Schmerzen Mariens")

Gottes - Flucht nach Ägypten
 Der Schöpfer muss flüchten
 vor seinem Geschöpf
 ER, unsere Zuflucht
 sucht Zuflucht
 ER, unsere Heimat
 wird heimatlos
 Geborgen im Arm SEINER Mutter
 behütet vom Engel
 der mit flieht
 findet Gott Zuflucht
 und lässt sich beschützen
 von SEINEM Geschöpf
 

 

 

 Kaum berührt Gottes Fuß diese Erde, muss ER augenblicklich die Flucht ergreifen, denn „ER kam in SEIN Eigentum, aber die SEINEN nahmen IHN nicht auf“. ER, der geboren wurde, um uns Heimatvertriebenen zur Heimat und zum Zufluchtsort zu werden, muss erst in die Heimatlosigkeit, um auch so unser Schicksal zu teilen, um am eigenen Leib zu spüren was es heißt, verfolgt und ausgeliefert zu sein. Es ist unerhört, wie der Mensch seinen Gott behandelt! Wegen uns macht ER sich winzig, hilflos, machtlos, und sofort nützt es der Mensch aus. Unerhört! GOTT auf der Flucht! Wer kann IHN beschützen? Weil der Mensch wie Gott werden wollte, wollte Gott werden wie ein Mensch. ER, der zuerst und bis zuletzt Liebende hat uns dadurch gezeigt, wie kostbar dem Schöpfer SEIN Geschöpf ist. In seiner Person wollte ER zum Zufluchtsort für uns werden – für immer. In einem theologischen Gebet von Romano Guardini wird uns mit inniger Sprache gesagt, wo unser Zufluchtsort, wo unsere Heimat ist:

 „ Deiner Ewigkeit Mitte ist dort, wo du, o Vater, und du, o Sohn, einander nahe seid in der Innigkeit des Heiligen Geistes. In jener Stille ist deine Liebe und dein Friede, in ihr ist deine Heimat, o seliger Gott. Von dort bist du, Jesus Christus, zu uns gekommen und hast uns Kunde gebracht … Wenn die Zeit vollendet ist, soll dort auch meine Heimat sein.“

 Wie sehr bedürfen wir Menschen dieser Gewissheit, gerade in unserer flüchtigen Zeit. Zuweilen scheint es, dass wir uns immer wieder auf der Flucht befinden. Wir möchten fliehen vor Kreuz und Leid; wir möchten fliehen vor der rasanten Entwicklung auf verschiedenen Gebieten; und vor allem aber sind wir auf der Flucht vor uns selber. Schmerzlich müssen wir immer wieder feststellen, dass uns dies überhaupt nicht gelingt, dass der Mensch am wenigsten vor sich selber fliehen kann. Er nimmt sich immer mit. Es ist also gut zu wissen, dass unser Gott gekommen ist, um uns Geborgenheit und Zuflucht zu schenken, in der wir aufatmen können. Auf unserem Relief, das unseren Kreuzgang schmückt, ist das hilflose, ausgelieferte Kind wohl geborgen im Arm seiner Mutter – auch auf der Flucht. Wir können sicher sein, dass wir uns in unserem flüchtigen Leben ebenso geborgen wissen dürfen, wenn wir unsere Zuflucht beim HERRN suchen. 

 Mögen Sie bei IHM immer wieder Ihre Zuflucht nehmen und in SEINEM Herzen beheimatet sein, denn dazu ist ER zu uns gekommen. Fliehen wir nicht ins Ungewisse, sondern zu IHM an die arme Krippe, denn ER hat uns davon Kunde gebracht, wohin unser Herz sich flüchten und zur Ruhe kommen kann. So wünschen wir Ihnen allen die Liebe und den Frieden aus dem Herzen Gottes, wo unsere wahre Heimat zu finden ist. 

 Gesegnete Weihnachten und ein von Gott behütetes neues Jahr 2012 wünschen Ihnen Ihre

 Klarissen-Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung Mainz