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Schwester Maria Konrade (1910-2006)

Schwester Maria Konrade (1910-2006)
Schwester Maria Konrade (1910-2006)

Zur Erinnerung an Schwester Maria Konrade, die die Zerstörung des Klosters der Ewigen Anbetung im Jahr 1945 überlebt hatte

Aus den Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 43, 23. November 2006:

Mainz. Am Samstag, 18. November, ist Schwester Maria Konrade im Alter von 96 Jahren im Kloster der Ewigen Anbetung in Mainz gestorben.

Ihr Name wurde 1945 über die Klostermauern hinaus bekannt: Sie überlebte mit zwei Mitschwestern den Bombenangriff auf Mainz, bei dem am 27. Februar 1945 die Innenstadt in wenigen Minuten zerstört worden war. Auch das Kloster wurde vernichtet: 41 Schwestern, die im Keller des Gebäudes Schutz gesucht hatten, und sieben weitere Menschen erstickten. Schwester Konrade, die den Keller verlassen hatte, fand am Morgen des 28. Februar 1945 ihre toten Mitschwestern. Der damalige Beichtvater der Schwestern, Pater Adalbert Ehrenfried, berichtete, dass sich die Schwestern zu Beginn des Zweiten Weltkrieges „im Geist der Sühne und für den Frieden als Opfer“ Gott angeboten hatten. Das Requiem mit Weihbischof Dr. Werner Guballa ist am Freitag, 24. November, um 14.00 Uhr in der Kapelle St. Klara im Kloster der Ewigen Anbetung. Anschließend wird Schwester Konrade im Klostergarten beigesetzt.

Nach der Zerstörung war es Schwester Konrades größter Wunsch, dass das Kloster wieder aufgebaut würde. 1952 war es soweit. Von 1977 bis 1986 war sie zudem Äbtissin des Klosters. Kardinal Hermann Volk würdigte ihre Aufbauleistung anlässlich ihres 50-jährigen Ordensjubiläums: „Ein Kloster aufzubauen, ist einfach, dazu bedarf es lediglich des Geldes. Aber Menschen zu einem Leben im Glauben als Ordensschwester zu bewegen, ist ungleich schwieriger.“

Im September 1998 wurde sie durch einen schweren Sturz im Treppenhaus arbeitsunfähig und seit einem Oberschenkelhalsbruch im Jahre 2005 war sie pflegebedürftig. „Beispiellos waren ihre große Geduld, ihre ständige Zufriedenheit und Heiterkeit inmitten der körperlichen Gebrechlichkeit“, berichtet Schwester Theresia Hüther, Äbtissin des Klosters.

Annemarie Boesen – so ihr Geburtsname – wurde am 17. März 1910 in Kirf (Kreis Saarburg) geboren. Am 1. Mai 1930 trat sie in das Mainzer Kloster ein und legte am 4. Februar 1935 ihre Profess (Ewige Gelübde) ab. Die Klarissen-Kapuzinerinnen wirken fast ausschließlich innerhalb des Klosters und verlassen es nur in Ausnahmefällen. Nach dem Beispiel der heiligen Clara und des heiligen Franziskus tragen die Ordensfrauen die Anliegen der Menschen im Gebet vor Gott. Der Tagesablauf wird vom Stundengebet der katholischen Kirche und von der eucharistischen Anbetung bestimmt.