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Klara von Assisi

Wir Klarissen-Kapuzinerinnen leben in Armut und Klausur. Mit dem Eintritt in das Kloster verlassen wir in der Regel dieses zeitlebens nicht mehr. Unsere Lebensform geht auf unsere Ordensgründerin, die heilige Klara (Chiara Offreduccio di Favarone, 1194 - 1253), zurück.

Entflammt vom Ideal des heiligen Franziskus und seiner Brüder verließ die junge Adelige im Jahre 1212 heimlich Elternhaus, Adelsstand und Reichtum. Wie die bettelnden Brüder wollte sie sich arm für Gott machen, denn Gott hatte sich aus Liebe zu den Menschen selbst arm und wehrlos gemacht und war als Menschenkind zur Welt gekommen. Klara wählte ein Leben in Armut, Gehorsam und Keuschheit vor den Toren der Stadt Assisi in San Damiano.

Bald schlossen sich ihr weitere Frauen an, der Orden der Klarissen war geboren.
Wie Franziskus lebte auch Klara aus einem tiefen Vertrauen auf Gottes liebevolle Vorsehung. So wollte auf jede irdische Absicherung verzichten, um Tag für Tag das Lebensnotwendige dankbar aus Gottes Händen zu empfangen.
Das Neue an diesem Orden war, dass nicht nur die einzelne Schwester, sondern die Gemeinschaft als Ganze auf Eigentum verzichtet. Um die päpstliche Anerkennung ihrer Ordensregel kämpte sie viele Jahre. Erst am 9. August 1253, zwei Tage vor ihrem Tod, bestätigte Papst Innozenz IV. die erste von einer Frau verfasste Ordensregel und garantiert den Klarissen das Privileg in Armut leben zu dürfen.


Klara ermahnt ihre Töchter immer wieder, Jesus in seiner Erniedrigung und Armut
zu betrachten:

  • Menschwerdung,
  • Passion,
  • Eucharistie.


"Liebe jenen mit ganzer Hingabe, der sich um deiner Liebe willen ganz hingegeben hat. IHM folge nach."
(hl. Klara)



Im Laufe der Geschichte erfuhr der franziskanische Orden mehrere Reformen. Eine dieser Reformen mündete im 16. Jahrhundert in die Gründung des Kapuzinerordens.
Unter der geistlichen Leitung der Kapuziner gründete Maria Laurentia Longo im Jahr 1535 in Neapel ein Kloster, in dem wieder nach der ursprünglichen Regel der heiligen Klara gelebt wurde. Maria Laurentia Longo erarbeitete eigene Statuten. Merkmale der Reform der Klarissen-Kapuzinerinnen waren ein strenges, durch die Klausur von der Welt abgeschlossenes Leben in konsequenter Armut, Einfachheit und intensivem Gebet bei Tag und Nacht.
Rasch breitete sich diese Reform aus; bereits Mitte des 18. Jahrhunderts gab es ungefähr 150 Klöster der Klarissen-Kapuzinerinnen; davon neun in Amerika.

Chiara Offreduccio di Favarone
Gemälde zeigt die hl. Klara